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Im Meer waren wir nie
Lesetipp von Christoph Gellner
Meral Kureyshis «Im Meer waren wir nie» ist ein leichtfüssiger und zugleich vielschichtiger Roman, der neue Familien- und Care-Beziehungen erkundet und für den Schweizer Buchpreis 2025 nominiert wurde.
Erzählt wird eine generationenüber-greifende «Freundinnengeschichte», wie die Berner Schriftstellerin bei einer Lesung im März 2026 in Thalwil erläuterte. Die namenlose Erzählerin und ihre beste Freundin Sophie ziehen gemeinsam deren 8-jährigen Sohn Eric auf. Das Titelzitat stammt von Sophies 95-jähriger Grossmutter Lili, die verwitwet im Altersheim lebt. Bezahlt von Lilis Tochter Klara geht die Erzählerin mit ihr einkaufen, liest ihr vor und unterhält sich mit ihr. Nur ihr erzählt Lili, dass sie neben ihrem Gatten Emil eine grosse Liebe hatte. Dessen Briefe erhält sie nach Lilis Tod, streut ihre Asche ins Meer und überlegt, «wie es gewesen wäre, wenn sie das Leben gelebt hätte, das sie wollte».
«Zu Hause ist mehr ein Gefühl als ein Ort»: Splitterhaft eingestreut sind Erinnerungen der Ich-Erzählerin an ihre muslimische Herkunfts-familie. Wie die Autorin kam sie mit ihren Eltern aus dem Kosovo in die Schweiz, das stand im Zentrum von Kureyshis gefeiertem Debüt-roman «Elefanten im Garten» (2015). Durch ihre lakonisch-poetische Erzählweise, die wie Lyrik weissen Leerraum nicht scheut, bietet «Im Meer waren wir nie» ein nachhaltiges Lesevergnügen.
Meral Kureyshi, Im Meer waren wir nie, Roman, 213 Seiten
Limmat Verlag Zürich 2025, ISBN 978-3-03926-085-0
Übers Jahr publizieren wir immer wieder Lesetipps. Die Liste aller empfohlenen Bücher finden Sie hier.
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Die Lesegesellschaft Wädenswil lädt ein – zum Lesen, Zuhören, Diskutieren
Die Lesegesellschaft Wädenswil lädt regelmässig Schreibende und andere Personen, die sich gerne und intensiv mit Literatur beschäftigen ein. Sie bietet stets Raum für neue Bücher und gibt dem Publikum die Möglichkeit, sich mit diesen auseinanderzusetzen. Nicht zuletzt ist sie Veranstalterin von etwa acht bis zehn Anlässen pro Saison. Die Literatur ist das verbindende Glied zwischen den Gästen, den Zuhörenden und der Stadt Wädenswil. Auch Musik, Kleintheater, Sprechpoesie oder politische Diskussionen finden regelmässig ihren Platz.
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Wann: Donnerstag, 18. Juni 2026, 19–21h.
Was: Unser nächster Buchclub führt uns auf Wunsch der Teilnehmenden ins 19. Jahrhundert. Wir sprechen über den Roman «Unterm Birnbaum» von Theodor Fontane.
Um eine Anmeldung wird gebeten, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist:
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